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Halbzeitbilanz: Gute Bildung von Anfang an

Die Senatorin für Kinder und Bildung - Dr. Claudia Bogedan
Mit dem massiven Ausbau der Krippen- und Kita-Landschaft sowie des Ganztagsangebotes in Grundschulen, der Stärkung von Oberschulen und der Schaffung einer durchgängigen Sprachförderung werden wichtige Schwerpunkte gesetzt, um das Bildungssystem in Bremen fit für die Zukunft zu machen.

Quelle: Senatorin für Kinder und Bildung

Die Zusammenlegung der Bereiche Kinder und Bildung bietet dabei die Chance, die vorhandenen Angebote für die Kinder in beiden Bereichen enger miteinander zu verzahnen und so einen besseren Bildungserfolg und einen abgestimmten Bildungsweg zu schaffen. Das Herzstück hierfür ist ein neuer Bildungsrahmenplan für die null- bis zehnjährigen Kinder. Mit ihm wird zum einen das Kind in den Mittelpunkt aller Überlegungen gestellt, zum anderen soll die bessere Verzahnung der Lern- und Bildungsorte Familie, Kita und Schule erreicht werden. Der Bildungsplan wird unter breiter Beteiligung und im engen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis erarbeitet. Zu seiner Umsetzung gehört beispielsweise die Bildung von Verbünden zwischen Grundschulen und Einrichtungen der Kindertagesbetreuung nach dem Vorbild Bremerhavens.

 

Schule - Bremen investiert in die Bildung: Ausgaben seit 2013 stetig erhöht

Die Ausgaben für den Bildungshaushalt wurden in den vergangenen vier Jahren von 574,9 Millionen Euro auf 620,7 Millionen Euro in 2016 stetig erhöht (siehe Grafik "Ausgabenentwicklung"). Wegen der Vergleichbarkeit wird der Bereich Kinder, der erst seit Juli 2015 in Verantwortung des Bildungsressorts ist, herausgerechnet. Aber auch im Bereich der Kindertagesbetreuung sind die Ausgaben in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen: Von 159,9 Millionen Euro in 2013 auf 190,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr. 


Ausbau der Ganztagsangebote geht voran

Von den 74 stadtbremischen Grundschulen sind bisher 39 zu Ganztagsschulen weiterentwickelt worden. Davon sind 24 Schulen gebundene, 15 weitere Schulen offene Ganztagsschulen. Zuletzt konnte mit Beginn des Schuljahres 2016/17 an den Schulen am Pastorenweg in Gröpelingen ein gebundenes und an der Uphuser Straße in Osterholz ein offenes Angebot neu eingerichtet werden. Zehn weitere Schulen sollen in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Ziel ist es, dass bis 2025 alle Grundschulen der Stadt Bremen ein Ganztagsangebot haben. In Bremerhaven haben von insgesamt 17 Grundschulen mittlerweile acht ein Ganztagsangebot.

Gute Bildung und gemeinsames Lernen von Anfang an.

Quelle: Senatskanzlei

Baumaßnahmen an Schulen und neue Schulstandorte

An den Schulen der Stadt Bremen wird kräftig gebaut. Für Neubauten, Sanierungen und Instandhaltungen stehen für das Schuljahr 2016/17 rund 44 Millionen Euro zur Verfügung. Es wird auch neue Schulstandorte geben. Im Stadtteil Gröpelingen wird wegen weiter steigender Schülerzahlen ein neuer Grundschul-Standort gebaut. Auch die Planungen für die Gebäude der Oberschule Ohlenhof werden fort- und umgesetzt. Neue Grundschulen sind zudem in der Neustadt, Gartenstadt Werdersee, in Gröpelingen, in der Überseestadt, im Hulsberg-Viertel und perspektivisch in Bremen-Nord vorgesehen. In der Stadt Bremerhaven wurden für das Schuljahr 2016/17 rund 2,2 Millionen Euro in die Sanierung und den Ausbau von Schulen investiert. Um die Kapazitäten im Grundschulbereich weiter aufzustocken, wurden ein Ausbau der Goethe- und der Fichte-Schule sowie der Ankauf der St. Ansgar-Schule beschlossen. Auch die Heinrich-Heine-Oberschule wird erweitert.

Mehr Personal eingestellt

Insgesamt wurde die Beschäftigtenzielzahl des gesamten Ressorts von 2015 mit 4.972,7 Stellen um 204,8 auf 5.177,5 Stellen für 2016/17 gesteigert. Davon gehören 4.317,7 Stellen zum unterrichtenden Personal – und hier wird auch in den kommenden Jahren weiter aufgestockt. 186 Lehrerinnen und Lehrer wurden für das Schuljahr 2016/17 neu eingestellt, darunter 24 Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen. Für 2018/19 soll die Beschäftigtenzielzahl weiter auf 5.311 erhöht werden. 


Vertretungspool auf 210 Lehrerkräfte aufgestockt

Für die Unterrichtsvertretung stehen 210 Vollzeitstellen zur Verfügung. Insgesamt verfügen die Schulen im Schuljahr 2016/17 gegenüber dem Vorjahr über zusätzliche Ressourcen im Umfang von 75 Vollzeitstellen speziell für Vertretungsanlässe. 


100 zusätzliche Referendariatsplätze geschaffen

Die Zahl der Referendariatsplätze für Bremen und Bremerhaven wurde von 450 auf 550 Plätze aufgestockt. Zum 1. Februar 2017 haben 200 neue Referendarinnen und Referendare am Landesinstitut für Schule ihre Ausbildung begonnen. 


Gute Arbeit - 80 pädagogische Fachkräfte übernommen

80 sozialpädagogische Fach- und Betreuungskräfte in den Ganztags-Oberschulen werden ab dem 1. März 2017 unbefristet in den öffentlichen Dienst der Stadtgemeinde Bremen eingestellt. Damit folgt der Senat den Grundsätzen der Bremer Erklärung zu fairen Beschäftigungsbedingungen vom Oktober 2014. 


Inklusion wird gestärkt – mehr Lehrerstunden, mehr Stellen

Die Zuweisung von Lehrerinnen- und Lehrerwochenstunden für Kinder mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich LSV (Lernen, Sprache und Verhalten) wurde für die Bremer Schulen von 6,6 auf 7,2 Prozent angehoben. Ab dem Schuljahr 2017/2018 stehen zur Absicherung der Inklusion weitere 56 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. Zudem werden Schulstandorte - speziell für den Bereich Wahrnehmung und Entwicklung - laufend ausgebaut, um junge Menschen mit Handicap inklusiv beschulen zu können.

Ausgabenentwicklung für Bildung von 2013 bis 2016 in Millionen Euro.

Quelle: Senatorin für Kinder und Bildung

Integration von Geflüchteten

Etwa 3.000 geflüchtete und neu zugezogene Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse wurden im vergangenen Jahr in die öffentlichen Schulen der Stadt Bremen und damit in den Regelunterricht integriert. In den öffentlichen Grundschulen sind 5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler Kinder von Geflüchteten. In der Sek. I beträgt der Anteil 4,9 Prozent, in den berufsbildenden Schulen 8,3 Prozent. Der signifikant höhere Anteil in den berufsbildenden Schulen liegt an der hohen Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (UmA). Für die Beschulung von zugewanderten Schülerinnen und Schülern wurden mehr als 200 Lehrkräfte für die Tätigkeit in 184 Vorkursen eingestellt, finanziert über die Sofortprogramme des Senats. Auch die Integrationsleistung der allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Bremerhaven ist enorm und ein Erfolg des Bildungssystems des Landes Bremen. Über 1.000 geflüchtete und neu zugewanderte junge Menschen wurden 2016 in den Grundschulen und Schulen der Sek. I aufgenommen. Allein im Februar 2017 erwarben 1.138 Schülerinnen und Schüler in den Sprachfördergruppen, Vorklassen und Willkommenskursen der Seestadt erste Deutschkenntnisse.

Gehört an vielen Schulen zur Normalität: Bildung in der Digitalen Welt.

Quelle: Senatskanzlei

Mehr Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter für Schulen mit vielen Geflüchteten

An 19 allgemeinbildenden und fünf berufsbildenden Schulen der Stadt Bremen wurde und wird die Schulsozialarbeit verstärkt oder neu eingerichtet. Ausschlaggebend bei der Verteilung der Stellen sind u. a. der Anteil geflüchteter Kinder, der Sozialindikator der Schule und die Ganztagsausrichtung der Schulen. In Bremerhaven wurden - mit Ausnahme der Gymnasialen Oberstufe - in allen Schulen Stellen für die Schulsozialarbeit geschaffen.


Evaluation der Schulreform

Eine wissenschaftliche Expertengruppe hat im November 2016 damit begonnen, den 2009 vereinbarten "Bremer Konsens zur Schulentwicklung" zu überprüfen. Kernbestandteile sind die Einführung des zweigliedrigen Sekundarschulsystems - Oberschule und Gymnasium - sowie die inklusive Beschulung. Die Expertinnen und Experten begutachten unter anderem die Leistungsfähigkeit des Systems, die Stabilität der Oberschulen und die Inklusion. Ergebnisse sind für das Frühjahr 2018 angekündigt. Parallel zur Evaluation der Schulreform hat schon ein Prozess zur Stärkung der Oberschulen begonnen.


Bildung in der Digitalen Welt

Bremen gehört im Ländervergleich zur Spitze, wenn es um Bildung in der Digitalen Welt geht. Bisher werden 90 Schulen in unterschiedlichen Ausbaustufen mit WLAN versorgt. Bis Ende 2017 soll eine weitestgehend flächendeckende WLAN-Versorgung der weiterführen- den Schulen aufgebaut werden. Zudem wurde ein Schul-Hotspot installiert, der Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern die Internetnutzung mit beliebigen privaten Endgeräten per Anmeldung mit ihren persönlichen Benutzerdaten ermöglicht. Alle Schulen in Bremen verfügen über einen Breitbandanschluss. Die Standortanbindungen der einzelnen Schulen an dieses Netz werden bis Ende 2017 einheitlich auf 100 Mbit/s ausgebaut. Die Bildungsbehörde stellt darüber hinaus allen Schulen die Online-Lernplattform "itslearning" zur Verfügung. Bereits 67 Schulen und zahlreiche Einzelpersonen und Gruppen an weiteren Schulen nutzen diese Lernplattform.


Kindertagesbetreuung: Angebote werden massiv ausgebaut

Die Zahl der Geburten steigt, Geflüchtete finden ein Zuhause, Bremen wächst. Damit wachsen auch die erheblichen Herausforderungen für den Ausbau der Kindertagesbetreuung. Der Senat hat dementsprechend gehandelt: Bis zum Ende des Kindergartenjahres 2016/17 werden insgesamt 60 Gruppen, davon 38 Gruppen für Null- bis Drei-Jährige und 22 Gruppen für Drei- bis Sechs-Jährige zusätzlich geschaffen worden sein. Dies entspricht einem Kontingent von etwa 820 (statt ursprünglich geplanten 569) Plätzen. Für die Ausbauplanung der Kindertagesbetreuung sind in den Haushaltsjahren 2016/17 Investitionen in Höhe von 25,63 Millionen Euro vorgesehen.

Neue Beitragsordnung zum Kindergartenjahr 2017/18

Quelle: Senatorin für Kinder und Bildung

Mobil- und Neubauten

Für das kommende Kindergartenjahr 2017/18 werden rund 75 neue Gruppen an 27 Standorten in Mobilbauten innerhalb eines Sofortprogramms zur Verfügung gestellt. Die Kita-Ausbauplanung für Neubauten wurde aktualisiert und wird weiter stetig angepasst. Ausgehend vom Ist-Stand des Kindergartenjahres 2016/17 müssen bis 2019/2020 rund 291 neue Gruppen eröffnet werden, um die für jeden Stadtteil beschlossenen Versorgungsquoten von mindestens 50 Prozent der Unter-Dreijährigen und 98 Prozent der Über-Dreijährigen zu erreichen. Insgesamt werden bis 2020 zusätzlich 55 Einrichtungen (mit jeweils etwa sechs bis sieben Gruppen) benötigt, um den errechneten Platzbedarf für die Betreuung von Kindern im Alter von null bis sechs Jahren in der Stadt Bremen zu decken. Der Senat hat entsprechende Beschlüsse gefasst, um diese Plätze bis zum Jahr 2020 auch finanziell abzusichern. 


Gewinnung von Fachkräften

Mit der steigenden Kinderzahl steigt natürlich auch der Bedarf an qualifizierten Betreuerinnen und Betreuern. Um diesen Bedarf zu decken, sind unter anderem die Kapazitäten in Fachschulen und die Zahl der Anerkennungspraktikanten erhöht worden. Zudem werden berufsbegleitende Ausbildungen, beispielsweise für Sozialpädagogische Assistentinnen und Assistenten angeboten und es ist die Schaffung einer dualisierten Ausbildungsmöglichkeit vorgesehen. Hinzu kommt die verstärkte Gewinnung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern. 


Weiterer Ausbau der Sprachförderung

Die bereits bestehende alltagsintegrierte Sprachförderung im Kitabereich wurde im Kindergartenjahr 2016/17 mit diversen Qualifizierungsmaßnehmen für Betreuerinnen und Betreuer ausgebaut. Durch den Ausbau der Kindertagesbetreuung und den Zuwachs von Kindern mit Migrationshintergrund in Kitas und in Schulen muss Sprachförderung noch weiterentwickelt und ausgebaut werden. Neben der gezielten Sprachbildung im Alltag der Kita müssen verstärkt Angebote geschaffen werden, die Kinder mit besonderen Sprachförderbedarfen unterstützen und systematisch fördern. Auch die Sprachförderung in Grundschulen und weiterführenden Schulen muss weiter ausgebaut werden, dazu sind unter anderem Weiter- und Fortbildungen für Lehrkräfte und die Verankerung von Sprachförderung in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer notwendig und geplant. 

Die Senatorin für Kinder und Bildung - Dr. Claudia Bogedan

Quelle: Senatorin für Kinder und Bildung

Die Senatorin für Kinder und Bildung

Rembertiring 8 –12
28195 Bremen 

Ansprechpartnerin: Annette Kemp
Tel.: +49 421 361 28 53 
annette.kemp@bildung.bremen.de
www.bildung.bremen.de

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